Warum Freundschaften Kindern – und auch Eltern – guttun
Freundschaft ist weit mehr als gemeinsam zu spielen oder Zeit miteinander zu verbringen. Sie gibt Kindern Halt, stärkt ihr Selbstvertrauen und hilft ihnen dabei, die Welt zu entdecken. Auch für Eltern können Freundschaften ein wichtiges Netz sein, das entlastet, Mut macht und durch schwierige Zeiten trägt.
Der Internationale Tag der Freundschaft am 30. Juli 2026 erinnert daran, wie wichtig zwischenmenschliche Beziehungen dafür sind, dass wir uns wohlfüheln. Gerade in einer Zeit, in der viele Kontakte über Bildschirme stattfinden und Familien oft unter Zeitdruck stehen, lohnt es sich, den Blick auf echte Begegnungen zu werfen.
Warum Freundschaften für Kinder so wichtig sind
Kinder lernen Freundschaften nicht aus Büchern – sie lernen sie, indem sie sie erleben. Mit Freundinnen und Freunden teilen sie Erlebnisse, lachen gemeinsam, streiten sich manchmal und versöhnen sich wieder. Genau diese Erfahrungen fördern Fähigkeiten, die sie ihr Leben lang begleiten.
Denn Freundschaften helfen Kindern dabei,
- Vertrauen aufzubauen,
- Konflikte zu lösen,
- Rücksicht zu nehmen,
- Gefühle auszudrücken,
- Kompromisse zu finden,
- Verantwortung zu übernehmen und
- sich selbst besser kennenzulernen.
Kinder, die sich angenommen fühlen, entwickeln häufig ein stärkeres Selbstwertgefühl. Sie erleben: „Ich bin wichtig. Andere mögen mich so, wie ich bin.“ und diese Erfahrung wirkt dann wie ein Schutzschild – besonders in schwierigen Lebenssituationen.

Freundschaften machen Kinder wiederstandsfähiger
In der Entwicklungspsychologie gilt eine stabile Freundschaft als wichtiger Schutzfaktor. Kinder, die mindestens eine verlässliche Bezugsperson außerhalb ihrer Familie haben, können Belastungen häufig besser bewältigen. Das bedeutet natürlich nicht, dass Freundschaften alle Probleme lösen. Aber sie können Trost spenden, Sicherheit vermitteln und Hoffnung geben, denn gerade Kinder, die mit Trennung der Eltern, Krankheit, Mobbing oder anderen belastenden Erfahrungen leben müssen, profitieren oft besonders von guten Freundschaften.
Eine einzige Person, die zuhört, Verständnis zeigt und einfach da ist, kann einen großen Unterschied machen.
Auch Eltern brauchen Freundschaften
Wenn wir über Freundschaften sprechen, denken wir meist zuerst an Kinder. Doch auch Eltern brauchen Menschen, mit denen sie lachen, Sorgen teilen oder einfach mal durchatmen können – denn Elternschaft kann wunderschön sein – und gleichzeitig herausfordernd.
Freundschaften bieten die Möglichkeit,
- Erfahrungen auszutauschen,
- sich gegenseitig zu unterstützen,
- Verständnis zu erleben,
- praktische Hilfe zu bekommen oder
- einfach einmal wieder als Mensch und nicht nur als Mutter oder Vater wahrgenommen zu werden.
Wer sich selbst unterstützt fühlt, kann diese Sicherheit oft auch leichter an die eigenen Kinder weitergeben.

Kinder lernen Freundschaft vor allem durch Vorbilder
Kinder beobachten genau – sie sehen, wie Erwachsene miteinander umgehen. Ob wir freundlich grüßen, Interesse zeigen, uns entschuldigen oder anderen helfen – all das zeigt ihnen, wie Beziehungen funktionieren.
Wer sich selbst gut um seine Freundschaften kümmert, zeigt Kindern ganz nebenbei:
„Beziehungen brauchen Zeit.“ – „Man darf sich auf andere verlassen.“ – „Gemeinsam geht vieles leichter.“
Freundschaften brauchen Zeit
Zwischen Schule, Kita, Hobbys und Familienalltag bleibt manchmal wenig Raum für spontane Treffen. Deshalb ist wichtig, Freundschaften bewusst Platz einzuräumen.
Vielleicht könnt ihr in euren Terminkalender einplanen:
- gemeinsam auf den Spielplatz zu gehen,
- ein anderes Kind einzuladen,
- Familienausflüge mit Freunden zu unternehmen oder
- einfach Zeit zum freien Spielen zu ermöglichen.
Gerade gemeinsame Zeit, die Kinder einfach „nur so“ spielen dürfen, ist für sie oft besonders wertvoll.
Nicht die Anzahl der Freundschaften zählt
Manche Kinder haben viele Freundinnen und Freunde und andere haben vielleicht nur einen einzigen engen Freund. Beides ist völlig in Ordnung. Es geht nicht darum, möglichst „beliebt“ zu sein, denn viel wichtiger ist das Gefühl, jemanden zu haben, dem man vertrauen kann. Eine verlässliche Freundschaft ist häufig wertvoller als viele oberflächliche Bekanntschaften.
Kleine Gesten mit großer Wirkung
Freundschaft entsteht oft im Alltag – durch: Ein gemeinsames Lachen, ein offenes Ohr, ein ehrliches „Wie geht es dir?“, ein Platz neben jemandem auf dem Schulhof.
Gerade Kindern können wir zeigen, dass Freundschaft nicht perfekt sein muss. Sie darf wachsen, sich verändern und manchmal auch Pausen haben – entscheidend ist, dass Menschen einander mit Respekt, Vertrauen und Wertschätzung begegnen.
Unser Idee zum Internationalen Tag der Freundschaft
Vielleicht ist der 30. Juli ein schöner Anlass, einmal bewusst Danke zu sagen:
Der Freundin, die immer zuhört.
Dem Nachbarn, der hilft.
Der anderen Familie, die das eigene Kind selbstverständlich mit auf den Spielplatz nimmt.
Oder dem Kind, das in der Schule den Mut hatte, jemand Neues in seine Gruppe aufzunehmen.
Denn Freundschaft beginnt oft mit einer kleinen Geste – und kann ein Leben lang halten.
Der Kinderschutzbund Remscheid wünscht allen Kindern, Jugendlichen und Familien Menschen an ihrer Seite, die zuhören, sie stark machen und einfach da sind. Denn gemeinsam wird das Leben ein Stück leichter.
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